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Zur Reise nach Russland im Wohnmobil : Davon rate ich - im Gegensatz zum Auto - generell ab. Nicht wegen der Sicherheit, sondern weil es dafür im Moment noch keine Einrichtungen in Rußland gibt und man vor einem Stapel Schwierigkeiten steht.

Russland UrlaubEs gibt in der weiten Umgebung St. Petersburgs keine modernen Plätze und das Campen auf Parkplätzen, am Straßenrand u.s.w. ist strikt verboten. Im Stadtbereich wird das Verbot rigoros durchgesetzt (bis hin zur Beschlagnahme von Wohnmobilen - ist einem Finnen passiert, der partout nachts seinen schönen Stellplatz vor der Isaakskathedrale nicht verlassen wollte - der hat 14 Tage auf die Rückgabe warten müssen und 300 € Strafe gezahlt).

Eine Empfehlung für eine SICHERE (d.h. weder durch verärgerte Anlieger, noch durch Polizei gestörte) Übernachtung außerhalb von Campingplätzen habe ich ebenfalls nicht. Wenn Sie gut russisch sprechen, versuchen Sie sich mit einem Grundstücksbesitzer zu einigen, ansonsten können Sie gebetenen und ungebetenen Besuch (Polizei) bekommen.

Die Russen sind ein Volk von Campern - allerdings mit Zelt und Auto. Dafür gibt es eingerichtete Plätze (einfachst, aber teils wunderbar gelegen - empfehlenswert) in großer Zahl und dort kann man gegen einen Obulus eventuell auch die Erlaubnis bekommen, mit dem Wohnmobil zu stehen (oder man kauft eine Zimmerübernachtung - die ist billig - und hat so einen Stellplatz inklusive). Solche Plätze gibt es rund um St. Petersburg:

- in Vaskelovo (nördlich)

- bei Cernaja Reka (nordwestlich)

- bei Zerkalnij (westlich Richtung Helsinki)

- bei Cveldubovo (westlich Richtung Helsinki)

- bei Sosnovo (nördlich)

... alles mindestens 40km außerhalb der Stadt. Die Plätze sind als "touristicheski Base" ausgeschildert (mit dem bekannten Camping-Symbol, einem stilisierten Zelt).

Auch bei der Größe des Wohnmobils gilt Obacht: In der Stadt dürfen Fahrzeuge mit mehr als 3 to theoretisch zulässigem Gesamtgewicht nur mit einem Fahrauftrag fahren (das schließt größere private Wohnmobile also an sich aus). Auch die Brücken haben nur auf den für LKW vorgesehenen Umgehungsstraßen sicher über 2,80 m freie Höhe. Parkplätze werden Sie ebenfalls nur schwierig finden und den Innenstadtverkehr müssen Sie sich vorstellen, wie in Mailand zur Stoßzeit. Wirklich nichts für Wohnmobile.

Wenn Sie unbedingt wollen, dann empfehle ich zumindest eine ADAC Mitgliedschaft für eine Russlandreise und eine gute Versicherung. Im Falle eines Falles gut zu haben.

Außerdem sollten Sie ständig russische Rubel in bar mit sich führen, da Sie bei allfälligen Regelüberschreitungen mit dem Wohnmobil (s.o.) sicher häufiger und ausgiebig von der Verkehrspolizei zur Kasse gebeten werden.

Um an der Grenze keinen Ärger beim Abschluß der Versicherung zu bekommen, empfehlen wir Ihnen dringend, die vorgeschriebene russische Haftpflicht-Versicherung vor Ihrer Reise abzuschließen.  Wir müssen das bei Wohnmobilen allerdings auch im Einzelfall prüfen und können (abhängig vom Gewicht, den Sitzplätzen, den Abmessungen und einigen weiteren Punkten) nicht immer eine Versicherung anbieten. Ich empfehle dann nicht, es einfach zu rsikieren und an direkt der Grenze zu versuchen, dort doch noch eine Versicherung zu bekommen.

 

Dringend rate ich von der Fahrt nach Russland mit gemieteten Wohnmobilen oder allgemein mit Mietwagen ab, wenn diese nicht (wie z.B. einige eestische oder finnische Mietfahrzeuge) von Haus aus mit einer russischen Versicherung versehen sind. Besser Sie mieten PKW in Russland an - das ist völlig problemlos !

Wir können Ihnen in dem Fall (Mietfahrzeug) auch leider keine Versicherung erstellen.

Ausführlich zu den Problemen an der Grenze und danach:

1.) Wie auf unserer Seite beschrieben, muß das Auto auf Ihren Namen zugelassen sein. Mit Mietwagen haben Sie rechtlich kein Anrecht auf eine Einreise, in der Regel wird das aber geduldet, wenn Sie auf Nachfrage eine einwandfreie Vollmacht in russischer Sprache vorlegen können. Sie werden dann unrichtiger Weise als Halter in der russischen Zulassung eingetragen. Sofern Sie auch eine Versicherung bekommen. In Russland fahren Sie dann aber faktisch mit falschen Dokumenten im rechtsfreien Raum. Nicht zu empfehlen (anders für beauftragte Busfahrer ... für diese und nur für diese gibt es ausdrücklich eine Sonderregelung).

2.) Versicherungstechnisch dürfen Sie als „Nicht-Halter“ eigentlich gar keine Versicherung auf das Fahrzeug abschließen, dies muß der Halter (der Vermieter) tun. Dies ist der Grund, warum wir Ihnen auch keine Versicherung für ein Fahrzeug verkaufen können, welches Ihnen nicht gehört. Die RESO Garantia Versicherung macht das auch als ordentliche Firma prinzipiell nicht, da eine solche Versicherung von vorneherein unwirksam wäre. Sie können „Glück“ haben und an der Grenze eine solche unwirksame Versicherung bekommen (ausgestellt auf sie als angeblichen Halter, unterschrieben von der Versicherung und Ihnen, schon das 2. falsche Dokument !). Dann können Sie weiter „Glück“ haben und mit den Dokumenten noch über die Grenze kommen. Wenn Sie dann bei soviel „Glück“ mal Pech haben und ein Unfall passiert, riskieren Sie wegen der ganzen Falschangaben und dem strafbaren Fahren ohne gültige Versicherung neben der vollen persönlichen Haftung auch erheblichen juristischen Ärger.

3.) Bitte bedenken und prüfen Sie auch folgendes: Kaum eine Versicherung (jetzt rede ich von der deutschen / schweizerischen / österreichischen Seite – Haftpflicht und Vollkasko - die russische Versicherung ist ja nur eine zusätzliche pro-forma Haftpflicht mit der dortigen gesetzlichen Mindestdeckung) für ein Miet-Wohnmobil oder für Mietwagen überhaupt sichert Fahrten nach Osteuropa standardmäßig ab. In der Regel müssen Sie bei der Anmietung sogar ausdrücklich gegenzeichnen, daß Sie z.B. nicht nach Polen, Tschechien, Italien, Weissrussland, Russland u.s.w., jedenfalls aber nicht in Gebiete einreisen, in denen die grüne Versicherungskarte nicht gilt (Russland). Da Sie andererseits sicher eine einwandfreie Vollmacht des Fahrzeughalters in russischer Sprache brauchen (siehe unter 1.) entfällt auch die Möglichkeit, den Vermieter über Ihre Absichten im Unklaren zu lassen.

Selbst wenn der Vermieter und vor allem wiederum dessen Versicherer Ihnen den Versicherungsschutz (nicht nur Haftpflicht, es geht auch um die Vollkasko, Wohnmobile sind in der Regel ja nicht billig) bestätigt, die Vollmacht erteilt und Sie an der Grenze überzeugend schummeln, bleibt noch das jede normale Fahrzeugkontrolle (und die erleben Sie mit einem Wohnmobil reichlich) zum Glückspiel für Sie wird ... „werden wir erwischt, oder nicht ?“. Wenn der Polizist einigermaßen helle ist und die Papiere liest, erkennt er, daß da mit der russischen Haftpflicht und der Zulassung etwas nicht mit dem Fahrzeugschein überein stimmt. Dann kann er Sie theoretisch umgehend stilllegen und den Halter (den Vermieter) auffordern, das Fahrzeug aus Russland abzuholen. Ihr gemietetes Fahrzeug fährt dann keinen Meter mehr weiter und wird zum nächsten Polizeiparkplatz geschleppt. Man kann mit russischen Polizisten über vieles reden, aber wenn die Sie einmal so am Haken haben, wird das sehr sehr teuer. Selbst wenn Sie da - mit tüchtig viel Geld - einmal raus kommen, kann schon 10 km weiter das Gleiche das nächste Mal passieren.

Unter Urlaub stelle ich mir ehrlich gesagt etwas anderes vor.

Ich hoffe, diese lange Darstellung war hilfreich. Überdenken Sie Ihre Reise nochmals ... das eigene Auto und ein Zelt, die Anmietung eines Fahrzeugs in Russland oder die Übernachtung in Hotels oder Freienwohnungen (siehe auch bei uns unter www.mein-petersburg.de) ist deutlich stressfreier. Russland ist ein sehr schönes und gastfreundliches Land, fangen Sie Ihren Besuch nicht gleich mit einer Gesetztesübertretung an !

 

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Stand: 01.07.2009